Mittelweser-Navigator - Landkreis Nienburg/Weser

Die Große Weserlandroute

Rubrik:Fahrrad-Touren, Mehrtagestour
Start:Petershagen
Streckenverlauf:Rehburg-Loccum, Petershagen, Uchte, Steyerberg, Stolzenau
Ziel:Petershagen
Länge:206,35 km
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.
Kartenmaterial:Kartenmaterial oder eine Broschüre sind bei der Mittelweser Touristik GmbH erhältlich.
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Kontakt:Mittelweser-Touristik GmbH
Lange Straße 18 - D-31582 Nienburg
Telefon: (00 49) (0 50 21) 917 63 - 0

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Informationen zur Tour

Auf dieser Tour durch das Weserland können Sie die schönsten Sehenswürdigkeiten, Natur und Landschaft erleben.

Scheunenviertel Estorf

Scheunenviertel Estorf

Für alle diejenigen, die etwas mehr Zeit für eine Entdeckungsreise in unsere Region mitbringen, gibt es die Große Weserlandroute, die Sie zu den schönsten Sehenswürdigkeiten führt und auf der Sie die ganze Vielfalt von Natur und Landschaft erleben können. An der Strecke liegen zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und gastronomische Einrichtungen, sodass eine Rundum-Versorgung gewährleistet ist. Größtenteils verläuft die Route auf bereits ausführlich beschriebenen Teilabschnitten der lokalen Thementouren. Daher wird auf die jeweilige Tourenbeschreibung verwiesen. Die Route ist insgesamt gut in zwei bis drei Tagen zu bewältigen. Um Ihnen einen Überblick über eventuelle Teiletappen zu ermöglichen, haben wir die Gesamtstrecke in verschiedene Teilabschnitte untergliedert.
Für alle, denen die Gesamtstrecke zu lang ist, gibt es zwei kürzere Varianten, da der Streckenabschnitt zwischen Stolzenau und Loccum auch auf direktem Weg über den Radfernweg Hannover-Steinhuder Meer-Dümmer zurückgelegt werden kann. Die "nördliche Variante" von Stolzenau über Landesbergen und Loccum zurück nach Stolzenau umfasst dann eine Länge von ca. 86 km und ist daher bequem an einem Tag zu bewältigen. Die Länge der "südlichen Variante" von Petershagen über Stolzenau und Loccum zurück nach Petershagen auf der östlichen Weserseite beträgt ca. 158 km.

Abschnitt Petershagen nach Uchte, 59 km

Von Petershagen bis Ovenstädt ist der Routenverlauf mit der Storchenroute identisch. In Ovenstädt geht es über Glissen bis nach Harrienstedt zu der auch überregional bekannten, idyllisch in einer Park- und Teichlandschaft gelegenen Wassermühle, einer der Höhepunkte der Region. In den Monaten Mai bis September finden hier jeweils am letzten Sonntag eines Monats Tage der Offenen Tür statt. Am 2. Pfingsttag wird regelmäßig ein Backtag durchgeführt. Von Harrienstedt geht es weiter über Westenfeld (schöner Dorfteich, der sich hervorragend für eine Rast eignet) bis zur Ortschaft Halle mit einem sehr schönen Grill- und Rastplatz. Nächste Station ist Mösloh mit einer historischen Mühle, deren Flügel weit über das Land sichtbar sind. Dort werden des öfteren Mahltage abgehalten, an denen köstliches, ofenfrisches Brot angeboten wird. Mühleninteressierten Radwanderern empfiehlt sich von hier aus ein Besuch der nach umfangreichen Renovierungsarbeiten 1998 neu eingeweihten Windmühle Hoyersvörde (ca. 3 km). Weiterradeln Sie kilometerlang durch eine Kultur- und Waldlandschaft, die durch zahlreiche Fachwerkhäuser und viel Ruhe besticht. Im Ort Bohnhorsterhöfen zweigt die Strecke nach Lavelsloh und Diepenau ab. In Lavelsloh führt die Route in Höhe des wegen seiner Handarbeitsausstellung weithin bekannten Landkaufhauses Gosewehr in südwestlicher Richtung zu Freizeitsee "Maringen Diek". Hier bietet sich eine kurze Rast und eine Wanderung um den See an. Weiter geht es dann durch das idyllische Amtsholz nach Diepenau.
Nach Diepenau verläßt die strecke kurz Niedersachsen, um sie zum größten Findling Norddeutschland zu führen, dem Großen Stein von Tonnenheide. Sein Gewicht beträgt etwa 350 Tonnen, er ist 10 m lang, 7 m breit und 3 m hoch. In Tonnenheide befindet sich weiterhin eine schöne Windmühle. Ein kurzer Abstecher nach Rahden mit einem schön hergerichteten Museumshof ist zu empfehlen. Nächste Ortschaft im Weserbergland ist das aufgrund seines besonders schönen Ortbildes ausgezeichnete Bauerndorf Nordel. In der Ortsmitte befindet sich ein beeindruckender Fachwerkspeicher. Von Nordel geht es weiter auf der Großen-Moor-Route (wird weiter hinten im Text beschrieben) bis nach Uchte.

Abschnitt Uchte - Steyerberg - Stolzenau, 38 km

Ab Uchte verläuft die Weserlandroute noch einige Kilometer auf der Großen-Moor-Route. In Höhe der Ortschaft Darlaten zweigt die Route nordöstlich zur Böhrde, einem heide- und waldbewachsenen Höhenzug, ab. Hier gilt es auch eine kleine Steigung zu überwinden. Kurz vor der kleinen Ortschaft Ohlensehlen ändert sich das Landschaftsbild. Wiesen, Felder und Feuchtgebiete sind nun bestimmende Landschaftselemente bis zum reizvollen Bauerndorf Deblinghausen mit Freibad und Heimathaus. Lohnenswert ist ein Besuch beim Hofmuseum Stakmann (nach Voranmeldung). Auf der Gedenkgräberstätte Hesterberg haben ca. 2000 Menschen, die vom Nazi-Regime in der nahegelegenen Rüstungsindustrie zu Tode geschunden worden sind, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Von dort führt die Strecke durch ein ausgedehntes Waldgebiet bis nach Steyerberg. Auf halber Strecke bietet sich ein kleiner Abstecher zum Aussichtsturm Januarsberg an, von dem bei schönem Wetter die Porta Westfalica mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal gesehen werden kann. Von Steyerberg geht es weiter durch stark landwirtschaftlich geprägte Landschaft über Anemolter bis nach Stolzenau. Hier besteht die Möglichkeit die Weserlandroute abzukürzen und ab Stolzenau auf dem Radfernweg Hannover-Steinhuder Meer-Dümmer auf direktem Weg nach Loccum zu radeln (ca. 14 Km).

Abschnitt Stolzenau - Landsbergen - Rehburg - Loccum, 66 km

Östlich von Stolzenau quert die Route die Weser und verläuft ab Landesbergen auf gleicher Strecke wie die Spargel-Tour bis Estorf und berührt dann im Bogen Leeseringen (Museumsbackhaus an der Strecke). Ab Nienburger Staatsforst verlaufen beide Routen parallel, bis sich ca. 2,5 km vor der Düsselburg die Wege trennen. Ab Düsselburg folgt die Weserlandroute bis Loccum dem Verlauf der Dino-Tour.

Abschnitt Loccum - Petershagen, 41 km

Der gesamte Streckenabschnitt ist durch viel Ruhe und Einsamkeit geprägt. Südlich von Loccum durchquert die Route ein ausgedehntes Waldgebiet bis zur kleinen Ortschaft Kreuzhorst. In Kreuzhorst biegt die Route in westliche Richtung ab. Nahe der kleinen Ortschaft Seelhorst befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit der Region, der Findlingswald Neuenknick, eine Ansammlung eiszeitlicher Findlinge. Im weiteren Verlauf bestimmen Felder und Wiesen das Landschaftsbild. Nur wenige kleine Dörfer liegen entlang der Route. Besonders das Dorf Frille ist aufgrund seines schönes Dorfbildes und der ländlichen Stimmung einen Stop wert. Von Frille ist es dann nicht mehr weit zum Ausgangspunkt Petershagen. Unterwegs passieren Sie zuerst den Freizeit- und Badesee und im weiteren Verlauf die Klostermühle in Lahde.


Erholung und Freizeit auf dem Lande: Landesbergen

In der Nähe von Landesbergen ließen sich bereits vor ein paar Jahrtausenden Menschen nieder - wahrscheinlich die ersten Siedler in der gesamten Region. Auch heute lohnt es sich, nach Landesbergen zu kommen und dafür gibt es viele gute Gründe.
Die Samtgemeinde Landesbergen wurde 1967 gegründet und besteht aus den vier Mitgliedsgemeinden Estorf, Husum, Landesbergen und Leese. Die Orte haben ihren dörflichen Charme bewahrt und genau das schätzen Besucher und Feriengäste. Reiten, Wandern und Radwandern in herrlicher Landschaft in der Nähe des Naturparks Steinhuder Meer bilden einen verlockenden Gegenpol zum hektischen Treiben der Großstadt.
Einblicke in Kultur und Vergangenheit bieten der Bickbeernhof und das Münchhausen-Schloss in Brokeloh, das historische Scheunenviertel Schünebusch in Estorf und die restaurierte "Hochzeitsmühle" in Landesbergen - übrigens ein geliebtes Ziel für Heiratslustige. Erfrischung und Spaß gibt es im Freibad in Landesbergen und im Ferienpark Heye-See bei Brokeloh, und Freunde des Motorsports kommen auf der Kart-Rennbahn in Leese auf ihre Kosten.
Die Bremskerl Reibbelagwerke und das PreussenElektra Kraftwerk schufen Arbeitsplätze und stärkten die Wirtschaftskraft der Samtgemeinde. Dabei wurde Umweltschutz konsequent umgesetzt: Das Kraftwerk wird mit sauberem Erdgas betrieben.
Heute zählt die Samtgemeinde Landesbergen rund 8.900 Einwohner, und die vermehrte Nachfrage nach preiswertem Bauland verspricht eine steigende Einwohnerzahl. Wer nur für kurze Zeit verweilen möchte, hat die Wahl zwischen zirka 180 Betten in Hotels, Gasthöfen, Ferienhäusern und Privatwohnungen.

Idyllische Landschaft und reiche Kultur: Petershagen

Auf einer Länge von 30 Kilometern schmiegt sich das Stadtgebiet von Petershagen inmitten grüner Auen dem Lauf der Weser an. Aus der kleinen Siedlung, die im Jahre784 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist mittlerweile eine Stadt mit 29 Ortsteilen und 28.000 Einwohnern geworden.
Als modernes Mittelzentrum verfügt Petershagen über eine gute Verkehrsanbindung, zahlreiche Geschäfte und landständige Gastronomie. Darüber hinaus erwarten den Besucher reizvolle kulturhistorische Sehenswürdigkeiten und viele Möglichkeiten zu individueller Freizeitgestaltung. Das direkt an der Weser gelegene Schloss Petershagen ist das beherrschende Bauwerk der Altstadt. Im Jahre 1306 als Festung erbaut, war es lange Zeit Residenz der Mindener Bischöfe. Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss im Wesentlichen dem schwäbischen Baumeister Jörg Unkair, der es 1544-1547 im Stil der Weser-Renaissance umgestaltete. Heute wird das eindrucksvolle Gebäude als Restaurant und Hotel genutzt, in dem die Gäste in stilvoller Atmosphäre tafeln und nächtigen können.
Wer technisch interessiert ist, bekommt im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim Einblicke in die Kunst der Glasherstellung und- Verarbeitung, die in vergangenen Jahrhunderten zu den am besten gehüteten Geheimnissen gehörte. Das Museum bietet Industriegeschichte zum Anfassen. Die Vorführung alter Glasmachtechniken ist ein Erlebnis besonderer Art und eine Entdeckungsreise in längst vergangene Zeiten. Apropos reisen: Der natürliche Reiz von Landschaft, Stadt und Dörfern erschließt sich am besten auf einer Tour mit dem Fahrrad. Insgesamt 300 Kilometer gut ausgebauter Radweg führen den Besucher zu allen Sehenswürdigkeiten des Stadtgebiets und zu den Naturschönheiten der Umgebung. Wer sich nach dem Besuch von Heringsfänger oder Puppenmuseum, von historischer Webstube oder den zahlreichen Bau- und Kunstdenkmalen ganz der Natur ergeben will, den erwartet manche längst verloren geglaubte Kostbarkeit.
Die Storchenroute führt durch eines der letzten Refugien für Weißstörche in Nordrhein-Westfalen. Während der Brutzeit gehört ein Blick in die Kinderstube des Klapperstorchs für Naturfreunde zu den schönsten Erlebnissen. Seltene Vogelarten auch bei Schlüsselburg: Vom Aussichtsturm schweift der Blick über ein ausgedehntes Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung.
Petershagen ist die mühlenreichste Gemeinde der Region. Das will etwas heißen im Mühlenkreis Minden-Lübbecke. Die meisten historischen Wind- und Wassermühlen kommen an den traditionellen Mahl- und Backtagen wieder zu neuen Ehren. Plattenkuchen und deftiges Landbrot aus naturreinem Korn lohnen einen Besuch allemal; am besten natürlich mit dem Rad.

Eine gute Adresse: Rehburg-Loccum

Die Stadt Rehburg-Loccum besteht aus den Ortsteilen Bad Rehburg, Loccum, Münchehagen, Reburg und Winzlar und zählt rund 11.000 Einwohner. Durch ihre Lage am Steinhuder Meer mit seinem einzigartigen Naturpark bietet sie vielfältige Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung, Erholung und Entspannung.
Über 150 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege und ein ausgedehntes Radwegenetz laden zu Streifzügen durch die abwechslungsreiche Landschaft ein. Kiefern- und Buchenwälder wechseln sich mit Heide- und Moorflächen ab, und vielerorts gibt es Sehenswürdigkeiten, die an die wechselvolle Geschichte der Region erinnern.
Rehburg-Loccum verfügt über eine 18-Loch-Golfanlage, ein liebevoll saniertes Hallenbad und ein großes beheizbares Freizeitbad mit einer über 100 Metern langen Riesenrutsche.
Ein Besuch im Heimatmuseum Rehburg lohnt sich immer. Ein Ritterhelm aus dem 13. Jahrhundert, handbemalte Zunftfahnen, Trachten und landwirtschaftliches Gerät aus dem 18. Und 19. Jahrhundert sowie zahlreiche Gebrauchsgegenstände vergangener Epochen bilden die Schwerpunkte der Ausstellung.
Die frühe Geschichte Loccums ist eng verknüpft mit dem Kloster, das 1163 von Zisterziensermönchen gegründet wurde. Das Kloster wurde bald zum wichtigsten Wirtschaftszentrum der Umgebung. Die spätromanische Kirche, an der sich die Strenge und Schlichtheit der mönchischen Lebensweise widerspiegelt, wurde im Jahre1277 eingeweiht. Heute werden hinter den Klostermauern Vikare zu Pastoren ausgebildet.
Eine der größten Attraktionen in der gesamten Region ist zweifellos der Dino-Park in Münchehagen. 250 versteinerte Trittspuren von Dinosauriern bilden den Kern eines beeindruckenden Freilichtmuseums, in dem neben umfangreichen Informationen zu den Erdzeitaltern etwa 120 lebensgroße Nachbildungen von Dinosauriern die Blicke der Besucher auf sich ziehen.
Winzlar ist durch ein Naturschauspiel bekannt, das Jahr für Jahr Fachleute und Naturfreunde von nah und fern anzieht: die berühmten Feuchtwiesen am Ufer des Steinhuder Meeres dienen zahlreichen Zugvögeln als Rastplatz. Ein Besuch der ökologischen Schutzstation gibt Einblicke in das empfindliche Gefüge der Natur am Meer.
Rehburg-Loccum bietet Anregungen für Körper, Geist und Seele. Wer einmal hier war, kommt gern wieder.

Zwischen Waldeslust und Wassersport:
Aktivurlaub in Steyerberg

Seine Lage ist Programm. Der Flecken Steyerberg liegt nahe der Weser an dem verträumten Flüsschen Aue. Ausgedehnte Waldgebiete erstrecken sich in unmittelbarer Nachbarschaft und geben dem Ort seinen typischen Charakter.
Die reizvolle Gegend erkundet man am besten zu Fuß oder per Rad. Eine weit verzweigtes Netz von Rad- und Wanderwegen führt den Erholung Suchenden durch eine waldreiche Kulturlandschaft. Spaß an Bewegung wird vorausgesetzt.
Wer das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde sucht, sollte einmal in der Reithalle oder auf einem der Gestüte vorbeischauen; für Reitunterricht und - ausflüge genau die richtige Adresse. Ein Hauch von Wildem Westen weht auf der Eagle-Free-Ranch. Unterricht gibt es auch hier: im Western-Reiten. Interessierte haben zudem die Möglichkeit, stilgerecht zu übernachten: Da werden Indianer-Träume wahr.
Pferde ja - reiten nein? Kutsch- und Planwagenfahrten; auf Wunsch mit deftiger Verpflegung, gehören in Steyerberg zum traditionellen Angebot.
Leben und Arbeiten in harmonischem Miteinander ist die Grundidee des Vereins Lebensgarten. Die ehemalige Arbeitersiedlung am Ortsrand von Steyerberg, in der der Lebensgarten Mitte der 1980 Jahre gegründet wurde, hat sich zu einer Gemeinschaft von rund 150 Bewohnern entwickelt. Besucher und Gäste nehmen gern das vielseitige Seminarangebot des Vereins wahr, um hier neue Lebensfreude und Kraft zu schöpfen.
Lust auf Exotik? Gefiederte Botschafter des Schwarzen Kontinents gibt es auf der Straußenfarm in Düdinghausen zu sehen. Vor mehreren Jahren wurde eine Herde der anmutigen Laufvögel heimisch gemacht. Das Fleisch der Tiere ist eine Delikatesse. Es kann auf der Farm frisch bezogen werden und bieten eine wohlschmeckende Alternative zum herkömmlichen Speiseplan.
Wasser hat zwar keine Balken aber durchaus seine Reize. Die Aue ist ideal für Flusswanderungen per Kanu oder Paddelboot. Wer seinen Kopf nicht in den Sand, sondern tief ins Wasser stecken möchte, kann das in einem der Freibäder oder im Wellier Kolk tun. Dieser alte Wasserarm der Weser lässt auch manches Anglerherz höher schlagen. Nach der vielen Bewegung steht der Sinn vielleicht nach der Beschaulichkeit alter Zeiten: Das Hofmuseum Stakmann, die Heimathäuser in Voigtei und Deblinghausen und die Heimatstube hinter der historischen Auebrücke lohnen einen Besuch.
Natürlich muss niemand allein auf Entdeckungsreise gehen. Fahrradtouren und Wanderungen, mit oder ohne Picknick, Orts-, Landschafts- und Moorführungen können nach Absprache individuell geplant und durchgeführt werden. Die Steyerberger Touristik-Information teilt die Adressen der Anbieter gern mit.

Nicht nur für Süßwassermatrosen ein Anlaufpunkt:
Stolzenau

Einst war er Herrschaftssitz, später Kreisstadt. Seit der Gebietsreform 1974 besteht die Gemeinde Stolzenau mit zur Zeit rund 8.000 Einwohnern aus den Ortsteilen Anemolter, Diethe-Langern, Frestorf, Hibben, Holzausen, Müsleringen, Nendorf, Schinna und Stolzenau.
Die Grafen von Hoya, die lange Zeit das Land regierten, starben 1582 aus, und ihr Besitz fiel an die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, über diese gelangte das Gebiet an das spätere Königreich Hannover und mit diesem 1866 an Preußen. Den Status einer Kreisstadt verlor Stolzenau 1932, als die bisherigen Kreise Nienburg und Stolzenau zusammengelegt wurden. Dennoch sind bis heute viele Einrichtungen am Ort, etwa das Amtsgericht, das Kreiskrankenhaus, das Gymnasium und mehrere regionale bedeutsame Ämter.
Die Bedeutung, die Stolzenau bereits in der Vergangenheit hatte, spiegelt sich in zahlreichen Bauwerken wider. Neben den eindrucksvollen Bürgerhäusern, vornehmlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert, fallen besonders die Sakralgebäude ins Auge. Das bauliche Wahrzeichen des Ortes ist die St.-Jacobi-Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit ihrem 30 Meter hohen Turm, dessen spitz zulaufende Dachbekrönung in einem Winkel von 80 Grad gedreht ist. Die meisten Ortschaften sind noch immer von der Landwirtschaft geprägt. Daneben herrschen kleine und mittelständische Betriebe vor. Großindustrie sucht man dagegen vergeblich. Den Besucher wird es freuen, denn auf diese Weise präsentiert sich Stolzenau als ein Ort, der seinen Gästen ein Abwechslungsreiches Angebot in sauberer Umgebung und vorteilhafter Lage bietet. Schiffsausflüge auf der Weser erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders seitdem die alte Ausflugsroute von Minden nach Stolzenau bis Nienburg verlängert worden ist. Wer sich auf dem oder im Wasser gern sportlich betätigt, findet dazu viele Möglichkeiten: Bootsverleihe und mehrere örtliche Vereine helfen, den Bewegungsdrang in vielfältige Bahnen zu lenken.
Wer bei Sport und Erholung auf den festen Boden unter den Füßen nicht verzichten möchte, den erwarten ein beheiztes Freibad, Tennisplätze und -hallen, Sportplätze und ein weit verzweigtes Netz von Rad- und Wanderwegen.
In den vergangenen Jahren hat sich der Stolzenauer Winter zu einer Attraktion für alle Kulturbeflissenen der Region entwickelt: Musik und Theatergruppen geben sich hier ein Stelldichein und erfreuen die Besucher mit Jazz und Klassik, mit Komödie und Besinnlichem.

Natur und Kultur am Großen Moor: Uchte

Diepenau und Raddestorf, Warmsen und Uchte; Orte mit wechselvoller Geschichte und reicher Tradition. Jahrhundertelang waren sie Streitobjekte zwischen den jeweiligen Landesherren, zwischen regionalem Adel und mächtigen Fürsten. Erst 1816 kamen die vier Gemeinden unter die gemeinsame Regierung des Königreichs Hannover.
Seit 1974 bilden sie mit 20 zugehörigen Ortschaften und rund 15.000 Einwohnern im südlichen Landkreis Nienburg die Samtgemeinde Uchte. Die Gegensätze von einst sind überwunden; ihre typische Eigenart haben sich die Orte bewahrt.
Altes Brauchtum hat vielerorts überlebt und findet seinen Ausdruck in einem regen Vereinsleben. Doch auch die bäuerlichen Anwesen mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern zeugen von der Geschichte der Region und vom Selbstgefühl seiner Bewohner. Ausgedehnte Moor- und Waldlandschaft, unterbrochen von Feldern, Wiesen und Bächen, prägt das Umland.
Dass die Samtgemeinde Uchte in die Westfälische Mühlenstraße eingebunden ist, unterstreichen eindrucksvoll die Wind- und Wassermühlen, etwa in Harrienstedt, Hoyersvörde und Mösloh, die mit großem Engagement wieder hergestellt wurden und an bestimmten Mahltagen heute noch betrieben werden.
Ein neues Zentrum für volkskundliche Aktivitäten entsteht auf Gehannfors Hof in Warmsen, der durchdie großzügige Schenkung der letzten Bewohnerin in öffentlichen Besitz kam. Neben einem breiten Angebot an kulturellen Aktivitäten findet man dort ein vollständiges Inventar und zahlreiche Gerätschaften, die bäuerliche Tradition der Region zu neuem Leben entstehen lassen. Als Stütze der Landwirtschaft spielt das Pferd heutzutage keine Rolle mehr. Im Leben von Bewohnern und Besuchern hat es dennoch seinen festen Platz: Ein Ausritt oder eine Planwagenfahrt durch das Moor sind Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst.
Das beliebteste Fortbewegungsmittel ist jedoch das Fahrrad. In Uchte kreuzen sich gleich mehrere Radfernwege: der Weg von Minden nach Steyerberg, der Radfernweg Hannover-Dümmer und der Weser-Radweg.
Nostalgischen Reiz verspricht eine Fahrt mit der Museumseisenbahn. Sie befördert zwischen Uchte und dem westfälischen Rahden jährlich über 5.000 Reisende und 1.500 Fahrräder und ist längst mehr als ein Geheimtip für Eisenbahn-Nostalgiker.

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Urheber: AG Weserland, touristische Arbeitsgemeinschaft

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