Mittelweser-Navigator - Landkreis Nienburg/Weser

EXPO-Tour 9 Stadthagen - Nienburg

Rubrik:Fahrrad-Touren, Eintagestour
Start:Stadthagen
Streckenverlauf:Mardorf, Schneeren, Husum
Ziel:Nienburg
Länge:67,15 km
Dauer:5 Stunden
Kontakt:Mittelweser-Touristik GmbH
Lange Straße 18 - D-31582 Nienburg
Telefon: (00 49) (0 50 21) 917 63 - 0

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Informationen zur Tour

Die Tour bietet die Gelegenheit, die Landschaften Börde und Geest kennenzulernen.

Heyesee bei Husum

Heyesee bei Husum

Kennen Sie den Unterschied zwischen Börde und Geest? Was ist typisch für diese beiden Landschaften, die große Teile der Städtenetz-Region einnehmen? Die Tour bietet Ihnen die Gelegenheit, diese beiden Landschaften kennen zu lernen. Die flache, fruchtbare Börde bei Stadthagen und die sandige, vielfältige Geest um Nienburg stellen sich vor. Dazwischen liegt das Steinhuder Meer, Niedersachsens größter Binnensee, mit seinen umliegenden Wiesen ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Auf gut befahrbaren z. T. nicht asphaltierten Feldwegen und kleinen Nebenstraßen fahren Sie 56 Kilometer ohne größere Hindernisse. Wer an die Ufer des Steinhuder Meeres gelangen möchte, muss einen Abstecher von fünf Kilometern einplanen.

Die Landschaften zwischen Stadthagen und Nienburg

Die Schaumburger Kreidemulde und das Bückebergvorland

Zwischen Stadthagen und Hagenburg durchqueren sie die ausgedehnte Ebene der Schaumburger Kreidemulde. Sie erstreckt sich zwischen Bückeburg und den Bückebergen im Süden und dem Schaumburger Wald und den Rehburger Bergen im Norden und wird wegen ihrer fruchtbaren Lössböden zu den niedersächsischen Börden gezählt.

Der Name der Schaumburger Kreidemulde geht auf die Kreidezeit vor rund 100 Millionen Jahren zurück, als das Gebiet von einem riesigen Binnenmeer überflutet war. Absterbende Schnecken und Muscheln sanken auf den Meeresboden und schufen allmählich die im Untergrund vorkommenden Kreideschichten.

Vergleichsweise jung sind hingegen die feinen Lössablagerungen, die nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren über diese Kreideablagerungen geweht wurden. Löss besteht aus feinsten Bodenteilchen, dessen hohe Anzahl an Bodenmineralen und das gute Wasserspeichervermögen Garantie für hohe Erträge sind. Mit der Schaumburger Kreidemulde, der Hildesheimer Börde und dem Calenberger Land sind in der Städtenetz-Region einige der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Anbauregionen Deutschlands zu finden. Hier werden anspruchsvolle Getreidesorten und Zuckerrüben angebaut. Für Wald, Wiesen oder Weiden ist der Boden meist zu kostbar.

Die Nord-Süd-Ausrichtung der Bachniederungen mit den daran gegründeten, langgestreckten Hagenhufendörfern ist ein besonderes Merkmal der Schaumburger Kreidemulde, das vor allem im Kartenbild deutlich wird. Dazu später mehr.

Hannoversche Moorgeest

Die Hannoversche Moorgeest ist die ebene bis flachwellige, überwiegend sandige Landschaft nördlich Hannovers, die Sie auf der Tour zwischen Hagenburg und Nienburg durchfahren. Sie reicht von der Weser im Westen bis Burgdorf im Osten. Im Norden schließt das feuchtere Allerflachland an, im Süden bildet der Mittellandkanal die Grenze zur Börderegion. Namensgebend sind größere Moore wie das Schneerener Moor oder das Rehburger Moor, die erhalten geblieben sind. Anders als Lössbörden sind Geestlandschaften durch sandige und nährstoffarme Böden gekennzeichnet, Eigenschaften die man in der Landschaft deutlich ablesen kann, und deren Ursache Jahrtausende zurückliegen.

Während vergangener Eiszeiten lagerten hier die von Skandinavien vorrückenden Gletscher Sand, Kies und Steine ab. Die so entstandenen Sandböden verfügen über wenig Nährstoffe und können kaum Regenwasser speichern. Deshalb konnte in der Geest jahrhundertelang nur anspruchsloser Roggen angebaut werden. Tiefer liegende Bereiche sind dagegen oft feucht und werden traditionell als Wiesen- und Weideland genutzt.

Düngung, Be- und Entwässerung der modernen Landwirtschaft ermöglichen aber auch hier die Umwandlung von Wiesen und Weiden in Ackerland. Typisch auf den trockenen, sandigen Geestböden ist der Spargelanbau. Alljährlich im Mai muss innerhalb weniger Wochen der Spargel geerntet werden.

Die Wälder der Geest werden von Kiefern und Eichen bestimmt. Die Dörfer sind klein, weil der Boden hier früher nicht viele Menschen ernähren konnte. Typisch sind auch die mächtigen Hofeichen an den Bauernhöfen. Viele stammen noch aus einer Zeit, als Schweine mit Eicheln gemästet wurden. Insgesamt ist die Geest vielfältiger als die Börde. Wälder, Hecken und Feldgehölze, Feuchtwiesen, Äcker und Moore wechseln sich im Landschaftsbild ab und sorgen bei ihrer Radtour für Abwechslung.

Die interessantesten Stationen zwischen Stadthagen und Nienburg

Hagendörfer und Hagenhufenfeldflur

Ein Blick auf die Karte verrät die Vielzahl der auf "-hagen" endenden Orte im Schaumburger Land. Typische Hagendörfer sind z. B. Probst- und Vornhagen entlang des Tourenverlaufs. Auffällig ist zunächst die besondere Form dieser Orte. Wie die Perlen an der Schnur liegen sie an der langgestreckten Dorfstraße, ein Ortsmittelpunkt ist oft nicht zu erkennen. In Vornhagen ist sogar nur eine Straßenseite bebaut, die andere ist frei geblieben.

Gegründet wurden die Hagendörfer im Hochmittelalter, einer Zeit, in der die Bevölkerung rapide anwuchs und neue Bauerndörfer benötigt wurden. Um allen Siedlern gleiche Bedingungen zukommen zu lassen, bekam jeder vom Landesherrn, dem Grafen von Schaumburg, eine Hufe mit 70 bis 100 Meter Breite zugewiesen, die sich im rechten Winkel zu beiden Seite der Dorfstraße in den Wald erstreckte. Direkt an der Straße wurde das Haus gebaut, dahinter die Bäume gerodet und die neuen Felder und Wiesen mit Hecken (Hagen) umgeben. Diese regelmäßigen Streifen kann man an vielen Orten der Schaumburger Kreidemulde noch in der Feldflur erkennen.

Schaumburger Steinkohlebergbau bei Lüdersfeld

1953 entdeckte die Preussag bei Lüdersfeld ein etwa 90 Zentimeter mächtiges Steinkohleflöz. Nachdem das Vorkommen erschöpft war, blieb der mächtige Kühlturm als eines der auffälligsten Relikte des Schaumburger Steinkohlebergbaus zurück. Unscheinbarere Spuren sind die vielen kleinen Gehölzinseln am Fuß der Bückeberge, in denen sich die ehemalige Bergehalden, im Volksmund "Kummerhaufen", verbergen.

Mittellandkanal

Mit dem Bau des Mittellandkanals wurde 1906 begonnen. Anlass waren Bestrebungen, dem Ruhrgebiet im Osten neue Absatzmärkte zu erschließen. Der Kanal zweigt bei Rheine vom Dortmund-Ems-Kanal ab und erreicht nach einer Gesamtlänge von 325 Kilometern bei Magdeburg die Elbe. Über weite Strecken verläuft der Kanal am südlichen Rand der niedersächsischen Tiefebene und markiert so die Grenze zwischen dem norddeutschen Flachland und den Börden am Übergang zur deutschen Mittelgebirgsschwelle.

Rathaus in Sachsenhagen

Das kleine, zweigeschossige Rathaus Sachsenhagens liegt inmitten des historischen Ortskern. Ein Feuer konnte 1619 das Rathaus nicht erschüttern, wohl aber verschiedene Architekten, die immer wieder Veränderungen an der Fassade vornahmen. Das steinerne Gewänder der Geschosse entstammt jedoch noch aus der Weserrenaissance des frühen 17. Jahrhunderts.

Störche in Auhagen

Jedes Jahr aufs Neue, Ende März, Anfang April, wartet man rund um das Steinhuder Meer auf den Storch. Nein, nicht auf den Klapperstorch, sondern auf unseren heimischen Weißstorch. Seit Jahrzehnten kommt er hierher zum Brüten, das belegen eindrucksvoll die am Wegrand aufgestellten Ergebnistafeln in Nähe der Nester. Wenn Sie Glück haben, können Sie einen Vogel bei der Jagd nach Mäusen oder Fröschen beobachten.

Kaliberg Bokeloh

Hinter Sachsenhagen kommt zum ersten Mal der größte Bau der näheren und weiteren Umgebung ins Bild: Der Kalibergbau. Hier hat das Bergwerk Sigmundshall bei Bokeloh einen gewaltigen, weithin sichtbaren Abraumberg geschaffen. Kalisalze aus unterirdischen Salzstöcken werden als Grundstoff der chemischen Industrie gefördert oder zu Düngemittel für die Landwirtschaft verarbeitet.

Meerbruchswiesen

Nordwestlich des Hagenburger Schlosses beginnt das Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen, das sich von hier aus bis an den Ortsrand von Mardorf erstreckt. Die Meerbruchswiesen sind eine reich gestaltete, historisch bedeutsame feuchte Wiesenlandschaft mit Kopfbäumen, Hecken, alten Weideschuppen und zahlreichen Entwässerungsgräben. Die Meerbruchswiesen sind durch die fortschreitende Verlandung des Steinhuder Meeres entstanden und bilden den Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Braunkehlchen, Uferschnepfe und Brachvogel haben hier eines ihrer größten Vorkommen im niedersächsischen Binnenland.

Auf den weniger intensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden sind Schafe und Ziegen ein gewohntes Bild. Auch Schottische Hochlandrinder (Scotish High), eine genügsame Rinderrasse aus dem schottischen Hochland, fressen sich hier durch und leisten ihren Beitrag zur Landschaftspflege.

Naturpark Steinhuder Meer

Das Steinhuder Meer, ein etwa acht Kilometer langer und 4,5 Kilometer breiter Binnensee, bildet das Zentrum des 1974 gegründeten gleichnamigen Naturparkes. Zusammen mit der umliegenden Moor- und Wiesenlandschaft umfasst das Gebiet etwa 310 km².

In Naturparken, so will es das Naturschutzgesetz, sollen Erholung, Fremdenverkehr und Naturschutz in Einklang gebracht werden. Diese nicht immer leichte Aufgabe gelingt im Naturpark Steinhuder Meer besonders gut. Die Jury des Bundeswettbewerbes Deutscher Naturparke wurde in der Vergangenheit gleich zwei Mal überzeugt: 1984 und 1995 gewann der Naturpark den ersten Preis für vorbildliche Besucherlenkung! Davon können Sie sich auf Ihrer Radtour, die westlich am Steinhuder Meer vorbei führt, selbst überzeugen. Die Rad- und Fußwege sind in guter Qualität, empfindliche Uferbereiche oder das Hagenburger Moor werden in ausreichender Entfernung umfahren.

Während Sie meist durch die feuchte Niederung der Meerbruchswiesen radeln, bleibt das Steinhuder Meer hinter Hecken, Wäldern und Gebüschen verborgen. Zu empfehlen ist darum ein kurzer, hin und zurück nur fünf Kilometer langer Abstecher zu einem direkt am Ufer gelegenen Aussichtsturm (siehe Karte).

Seit 1976 ist das Steinhuder Meer und seine Umgebung als Feuchtgebiet mit internationaler Bedeutung anerkannt (Ramsar-Gebiet). Es ist Lebensraum für gefährdete und geschützte Brutvögel und zugleich ein bedeutender Rastplatz für durchziehende Zugvögel.

In Mardorf kommen Sie unmittelbar an einem Büro des Naturparks vorbei. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit Informationsmaterial zu versorgen!

Kirche in Schneeren

Nördlich des Steinhuder Meeres liegt Schneeren mit dem schon von Weitem sichtbaren Turm der Kirche "Zum guten Hirten". Im 30-jährigen Krieg wurde die Kirche von 1588 zerstört. Der heutige Bau ist 1724 als rechteckige Saalkirche errichtet worden. Die oberen Fachwerkgeschosse mit den Glocken und der Kirchturmuhr wurden erst 1913 auf das Mauerwerk gesetzt.

Endmoräne

Hinter Schneeren geht es auf einer langgezogenen, wellenförmigen Abfahrt in Richtung Bolsehle. Die hügelige Landschaft ist das Überbleibsel einer bewegten Landschaftsgeschichte. Während vergangener Eiszeiten transportierten vorrückende Gletschermassen riesige Mengen von Sand, Kies und Steinen und lagerten diese in aufgetürmten "Moränen" an. Diese Moränen wechseln sich heute in der Landschaft als Hügel mit kleinen Tälern, die das abfließende Gletscherwasser gebildet hat, ab.


Gaststätten zwischen Stadthagen und Nienburg

Biergarten Loch Ness, Teichstr., Stadthagen, Tel. (0173) 9123394, Mo-Fr ab 16, Sa ab 14, So u. Feier ab 11 Heinrichs Biergarten, Am Hülsbrink 11, Lüdersfeld, Tel. (05725) 94190, Mo-Fr 10-15 u. 17.30-24, Sa u. So 8-24 Gaststätte und Biergarten "Zur Erholung", Vor dem Berge 11, Düdinghausen, Tel. (05033) 99040, Mo, Mi-Sa ab 17, So ab 11 Pferdestall, Schneerener Str. 21, Schneeren, Tel. (05036) 791, Mo-Fr 6.30-22, Sa 8-22, So 10-22 Gasthaus Asche, Am Brinke 4, Schneeren, Tel. (05036) 301, Di-So ab 10 Cafe Engel`s Dor, Mardorfer Str. 10a, Mardorf, Tel. (05036) 92150, Mi-So 10-18.30 Cafe und Restaurant Weiße Düne, Strandweg 11, Mardorf, Tel. (05036) 353, Öfnungszeiten unter Tel. Cafe und Restaurant Schilfhütte, Erlenweg 68, Mardorf, Tel. (05036) 727, Mi-Mo ab 11

Tipps für Radfahrer zu Reparatur und Verleih

Stadthagen
Zweiradcenter Glogau, Bahnhofstr. 33, Tel. (05721) 5858 Städing, Vornhäger Str. 18, Tel. (05721) 1882

Nienburg
Radstudio Bohn, Goetheplatz 3a, Tel. (05021) 17710 Eickhoff, Erichshagen Celler 175, Tel. (05021) 7965 Felden, Hannoverschestr. 13, Tel. (05021) 5873 Beermann, Verdenerlandstr. 197, Tel. (05021) 7514

Fahrradverleih
Stadtkontor, Kirchplatz 4, Tel. (05021) 87555

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Urheber: KGH und ADFC, kontakt@adfc.de, www.adfc.de

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