Mittelweser-Navigator - Landkreis Nienburg/Weser

Nienburger City-Tour

Rubrik:Fahrrad-Touren, Eintagestour
Start:Posthof
Streckenverlauf:Martinskirche, Rathaus, Weserwall, Schloßplatz, Fresenhof, Mühlenstraße
Ziel:Posthof
Länge:3,04 km
Dauer:15 Minuten
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Die Rundwege sind einheitlich mit dem Radfahrersymbol und Richtungspfeilen - grün auf weißem Grund gekennzeichnet.

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Informationen zur Tour

Blick auf die Weser

Blick auf die Weser

Geschichtliches und Kulturelles
Nienburg, "Nyge Burg", wurde erstmals im Jahr 1025 urkundlich erwähnt. Durch seine Lage auf einem hochwassergeschützten Terrassenstreifen war die Stadt als "Brückenort" prädestiniert und hatte besondere Bedeutung als Kreuzungspunkt wichtiger Heer- und Handelsstraßen. Die Grafen von Hoya und später die welfischen Herzöge machten die Stadt zu einer der stärksten Festungen im Mittelweserraum. Insbesondere im 30jährigen Krieg war Nienburg heftig umkämpft. Mit der Schleifung der Festungsanlagen 1807/1809 durch die Franzosen, an die heute noch u. a. "Stockturm" und Wallanlagen erinnern, entwickelte sich Nienburg fortan zu einer friedlichen Ackerbürger-Stadt.

Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Hannover-Bremen (1847) entstand im sog. "Nordertor" ein ausgedehntes Industriegebiet, und viele namhafte Firmen prägten die heutige Kreisstadt zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort zwischen Hannover, Bremen und Minden.

Zugleich entwickelte sich Nienburg zu einem kulturellen Mittelpunkt der Region. Eine Vielzahl von Veranstaltungen führen jährlich Tausende von Besucher in die Stadt.

Rundgang durch die historische Altstadt
Start für unseren Spaziergang ist der Posthof in der Nienburger Fußgängerzone, der Georgstraße. Der Posthof war ursprünglich einer der sog. "Burgmannshöfe", auf dem früher die Lehnsmänner der Hoyaer Grafen saßen. Später beherbergte er das Hannoversche Postamt. 1977 wurde das vom Verfall bedrohte Gebäude restauriert und zur Stadtbibliothek umgebaut.

Hinter dem Posthof grüßt uns die "Kleine Nienburgerin" mit kessem Schwung ihres kurzen Röckchens. Die lebensgroße Bronzeplastik stellt die Nienburger Symbolfigur dar. Diese geht auf ein kleines Tanzliedchen von einer kleinen Nienburgerin und "dei ole Calnbarger Bur" (dem alten Calenberger Bauern) zurück.

Durch den Postgang kommen wir zur Martinskirche, einem spätgotischen Backsteinbau vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Der 72 m hohe Turm der Kirche wurde dagegen erst 1896/97 errichtet. Im Kircheninnern befindet sich u. a. der Sarkophag des letzten Grafen von Hoya, Otto VIII., der 1582 starb.

Direkt neben der Martinskirche liegt das Nienburger Rathaus, dessen historischer Trakt vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Die Front des Gebäudes wurde 1582 - 89 errichtet und repräsentiert mit seinen kugelverzierten Muschelkrönungen auf dem Stufengiebel den Baustil der sog. "Weserrenaissance".

Wir befinden uns jetzt an der Langen Straße, der Haupteinkaufsstraße mit vielen alten schön renovierten Häusern, die mit ihren verschiedenfarbigen Giebeln ein buntes Bild bieten. Durch die Weserstraße, eine der letzten Nienburger Straßen mit ursprünglichem Kopfsteinpflaster, vorbei am privat betriebenen "Ostdeutschen Heimatmuseum" (Öffnungszeiten: sonnabends zwischen 10.00 Uhr und 13.00 Uhr und nach Vereinbarung, Tel.: 0 50 21 / 91 15 63), gelangen wir zum Weserwall.

Bis ins Jahr 1903 war die Weserstraße die Hauptzufahrtsstraße zur Stadt vom anderen Weserufer aus. Dann wurde die alte Brücke, von der heute nur noch die Widerlager vorhanden sind, abgebrochen und ein Stück stromabwärts die jetzige Weserbrücke errichtet. Die Wiederherstellung der alten Brücke als Fußgängerüberweg ist geplant.

Der Weserwall bildet zusammen mit dem Stahn-Wall und dem Aue-Wall einen geschlossenen Grüngürtel, der die Nienburger Altstadt umschließt und die Lage der ehemaligen Befestigungsanlagen markiert. Teil einer solchen Anlage war die Bastion "Christian Ludwig", die am Weserwall liegt und mit deren Bau nach dem 30jährigen Krieg begonnen wurde. An der Bastion befindet sich eine Sandsteintafel mit dem herzoglichen Monogramm "CL" und der Jahreszahl 1662.

Ein Stück weserabwärts liegt rechter Hand der alte Schloßturm, der allein von der Wasserburg der Grafen von Hoya übriggeblieben ist. Die übrigen Gebäude des Schlosses wurden im 30jährigen Krieg dermaßen zerstört, daß sie nach und nach abgebrochen wurden. Im Volksmund heißt der Turm heute "Stockturm", da er später als Gefängnis diente und die Häftlinge hier "im Stock" lagen.

Wenig später stoßen wir auf den Bürgermeister-Stahn-Wall, dem wir über die Lange Straße hinweg bis zur Kreuzung mit der Leinstraße folgen. Hier empfiehlt sich ein Abstecher zum Fresenhof, der etwas versteckt hinter der Hindenburgschule liegt und der der bekannteste und am besten erhaltene Burgmannshof der Stadt ist. Der Fresenhof beherbergt heute zusammen mit dem Quaet-Faslem-Haus und dem Rauchhaus nahe der Leinstraße das Nienburger Museum (Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr, Freitag, Samstag und Sonntag 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Tel.: 0 50 21 / 1 24 61).

Das letzte Stück des Stahn-Walles führt am "Stadtgraben" vorbei, dem Rest eines Wasserlaufes, der zu den Befestigungsanlagen Nienburgs gehörte und einst den Meerbach mit der Weser verband. Auf dem Auewall marschieren wir nun, begleitet vom Meerbach, weiter in Richtung Weser, sehen linker Hand den Neubau des "Theaters am Hornwerk" und erreichen nach Überquerung der Mühlenstraße wieder den Weserwall, der uns einen herrlichen Ausblick auf die Marschlandschaft jenseits der Weser bietet. Über die Wallstraße und die Lange Straße kehren wir zum Ausgangspunkt unseres Rundganges, dem Posthof in der Georgstraße, zurück.

Weiteres Informationsmaterial erhalten Sie im "Stadtkontor" in Nienburg Kirchplatz 4 (Tel.: 0 50 21 / 87-3 55).

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Wochenmarkt in der Langen Straße

Wochenmarkt in der Langen Straße

Spargelbrunnen

Spargelbrunnen

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Urheber: Landkreis Nienburg/Weser , Tel.: 05021/967-454

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