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St. Jacobi-Kirche Stolzenau (Ev.-luth.)

Adresse

Lange Str. 42
31592 Stolzenau

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Ev.-luth. St. Jacobi-Kirche Stolzenau

Ev.-luth. St. Jacobi-Kirche Stolzenau

Im Jahre 1590 erhielt Stolzenau die Erlaubnis zum Bau einer eigenen Kirche. Der Turm dieser Kirche fiel den glühenden Kugeln des 30-jährigen Krieges zum Opfer.  Der zweite Turm aus dem Jahre 1640/41 bestand aus Holz und war nicht von langer Lebensdauer. Ersetzt wurde er durch den heutigen steinernen Turm , der im Jahre 1679 errichtet worden ist (Maueranker außen am Turm zeigen die Jahreszahl).

Dieser 45m hohe Turm wurde wegen seines auffällig gewendelten spitzen Turmhelms zum Wahrzeichen Stolzenaus.

Bei dieser architektonischen Besonderheit, die zu einigen Legenden Anlass gab, handelt es sich um eine planmäßig hergestellte Zimmermannsarbeit. In der in Richtung Sonne um 80 Grad verdrehten Holzkonstruktion wurden ca. 22 Tonnen Kantholz verbaut, zu denen weitere 17 Tonnen für die 320m² Dachverschieferung hinzukommen.

Erst in den Jahren 2005 bis 2007 gab es eine aufwändige Sanierung, in deren Zuge der Turm komplett neu mit schwarzem Schiefer eingedeckt worden ist und einen neuen Turmhahn erhielt.

1737 wurde außen am Turm eine steinerne Sonnenuhr angefügt. Bei der Turmuhr handelt es sich um ein mechanisches Werk aus dem Jahr 1887, das auch die außen hängenden Uhrschlagglocken betätigt.

Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1828 bis 1830 im klassizistischen Stil an den Turm angebaut. In der Außenansicht auffällig ist das mächtige Halbkreisfenster im Stil römischer Thermen im Ostgiebel sowie die hohen Portale in der Form griechischer Tempelfassaden. Über dem Südportal, durch das man die Kirche betritt, steht der Name des Hausherrn: DEO (Gott).

Zu den ältesten Ausstattungsstücken gehören ein romanischer Taufstein aus der Holzhäuser Mutterkirche, an deren Stelle noch heute ein sehenswerter hölzerner Glockenturm steht (am Eingang des Ortsteiles Holzhausen) und eine 1639 gegossene Glocke. Der Lutherstein auf dem Kirchplatz entstand zum Reformationsjubiläum 1917.

Märchen und Sagen

In einer legende zum Turm heißt es, dass vor vielen Jahren die Stolzenauer eine Kirche mit schönem geraden Turm erbauten, auf dessen Spritze ein goldener Hahn saß. Nun geschah es, dass dieser festgerostet war. Schon viele hatten sich vergeblich bemüht, ihn wieder zum Drehen zu bringen. Da erzählte ein Weserschiffer von einem Riesen. Der kam eines Tages angestapft, spuckte in die Hände und drehte so heftig, dass der schöne gerade Turm sich von unten rechts nach oben links krümmte.

Eine andere Legende erzählt, dass die Stolzenauer Bürger den Teufel unter dem Vorwand, sie wollen ein riesiges Gasthaus bauen, zum Bau der Kirche überredeten. Als dieser bemerkte, was das Gebäude in Wahrheit werden sollte, wollte er es herausreißen, zog dafür kräftig an der Turmspitze, vermochte aber lediglich, ihn dabei zu drehen.

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